Nach dem Brexit ist vor dem Brexit – Finanzwetten nutzen

Der Brexit ist beschlossene Sache, bietet aber weiterhin Gelegenheiten zur Spekulation. Denn die kommenden Monate werden zeigen, wie stark die Beeinträchtigung der Wirtschaft wirklich sein wird. Gut lässt sich mit binären Optionen auf aktuelle Entscheidungen wetten.

Für viele Hedgefonds ging die erste große Wette auf den Ausgang des EU-Referendums im Vereinigten Königreich schlecht aus. Die meisten setzen auf einen weiteren Verbleib in der EU. Als die Briten dann den Austritt beschlossen, brachen die Kurse ein.

Besonders betroffen waren die deutschen Börsen. Denn wegen der großen Abhängigkeit vom Export und des hohen Umsatzvolumens hatten viele Spekulanten nicht den britischen, sondern den deutschen Markt bevorzugt. Der startete am Morgen nach der Abstimmung bei 9.575 Punkten und damit rund 700 Punkte unter dem Schlusskurs des Vorabends. Der DAX erholte sich zwar zunächst noch etwas, sank am folgenden Börsentag aber noch einmal auf rund 9.200 Punkte. Viele Hedgefonds verloren dabei viel Geld.

Wer auf eine baldige Erholung setzt, kann jetzt einsteigen und Aktien, ETFs oder Zertifikate kaufen. Das ist für langfristige Anleger der vielversprechendste Weg. Wer dagegen etwas mehr Nervenkitzel will oder mit einem weiteren Abwärtstrend rechnet, für den sind andere Anlagearten besser geeignet.

CFDs für Einsteiger nur bedingt geeignet

Da ist zunächst einmal der Handel mit CFDs. Die Abkürzung steht für Contracts for Difference, im Deutschen spricht man auch von Differenzkontrakten. Statt eine Aktie direkt zu handeln oder einen Index über einen ETF oder ein entsprechendes Zertifikat zu kaufen, erwirbt man das Recht, an der Kursveränderung mit einem Hebel zu partizipieren. Wer beispielsweise für 1.000,- Euro CFD mit einem Hebel von 100 auf den DAX kauft, der macht Gewinne und Verluste, als hätte er 100.000,- Euro investiert.

CFDs funktionieren also ähnlich wie Knock-Out-Zertifikate, nur mit einem höheren Hebel und ohne Knock-out. Der Verzicht auf die Knock-out-Schwelle, bei der das Zertifikat wertlos wird, kann ein Vorteil sein, wenn sich der Kurs anschließend wieder erholt. Allerdings kann man so auch deutlich mehr als das investierte Geld verlieren. Wer am Donnerstagabend vor dem Brexit 1.000,- Euro mit einem Hebel von 100 auf den DAX setzte, machte bei einem Verlust von rund 6,6 Prozent nicht 66,- Euro Verlust, sondern 6.600,- Euro. Das bedeutet, er muss 5.600,- Euro nachschießen, wenn sein Broker nicht auf eine Nachschusspflicht verzichtet.

Binäre Optionen für Einsteiger besser geeignet

Wer auf den Erfolg der weiteren Verhandlung zwischen EU und Großbritannien setzen und das Risiko eines Nachschusses nicht eingehen will, für den können binäre Optionen eine Alternative sein. Dabei handelt es sich um besondere Optionen, bei denen es nur zwei mögliche Ausgänge gibt. Entweder der Optionsinhaber verliert einen schon vorher festgelegten Betrag oder er erhält einen festen Prozentsatz als Gewinn. Bei „normalen“ Optionen hängt die Höhe des Gewinns dagegen davon ab, wie hoch der Kurs ist. Hier dagegen ist nur entscheidend, ob sich der Basiswert in die vorhergesagte Richtung entwickelt hat.

Ein Broker bietet beispielsweise einen Gewinn von 85 Prozent, wenn der Anleger die Entwicklung des Basiswertes richtig vorhersagt, die Option also im Geld ist. Ist sie aus dem Geld, verliert er alles. Wer beispielsweise auf einen fallenden DAX setzt, der erhält dann 85 Prozent Gewinn, egal ob der Index nur um einen Punkt oder 100 Punkte gestiegen ist. Weiterführende Informationen zur Funktionsweise binärer Optionen und zu Brokern finden sich unter http://www.binaereoptionen.com/.

Schutz vor zu hohen Verlusten

Anders als mit CFDs kann ein Trader aber nicht mehr als 100 Prozent verlieren. Oft gibt es sogar eine Absicherung, die Kunden erhalten, wenn die Option aus dem Geld ist. Dann bekommen sie beispielsweise noch 15 Prozent des Einsatzes zurück. Allerdings lohnt sich diese Regelung nicht immer, denn meist ist in diesem Fall auch der Gewinn niedriger.

Aber wie soll man nun mit binären Optionen auf den weiteren Verlauft der Brexit-Verhandlungen wetten? Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die erste ist der Kauf einer lange laufenden Option. Einige Broker bieten Laufzeiten von bis zu einem Monat. So können Anleger auf den weiteren Verlauf der Verhandlungen wetten, auch wenn gerade gar keine Termine anstehen.

Meilensteine sind Gelegenheiten für Finanzwetten

Immer wieder gibt es aber auch Meilensteine. Beispielsweise die Wahl eines neuen britischen Premierministers. Wird ein Hardliner David Camerons Nachfolger, der den Brexit möglichst kompromisslos umsetzen will? Oder ein Europa-Freund, der gegenüber der EU auch zu Zugeständnissen bereit ist, um die Briten im Europäischen Wirtschaftsraum zu halten?

Auch Treffen mit EU-Vertretern oder Regierungschefs anderer EU-Länder können richtungsentscheidend sein. Und vielleicht auch bald auch Gespräche mit der European Free Trade Association EFTA. Die Organisation wurde 1960 wesentlich vom Vereinigten Königreich mit initiiert, um einen Gegengewicht zum EU-Vorgänger EWG (Europäische Wirtschaftsgemeinschaft) zu schaffen. Ihr Ziel war genau das, was den Briten auch heute noch vorschwebt: den Handel fördern und die Wirtschaft stärken, ohne ein politisches Gremium zu schaffen. Ein Beitritt Großbritanniens könnte den Freihandel auch nach dem Austritt aus der EU erhalten.

Nach der Entscheidung handeln

Natürlich sollten Trader eine genaue Vorstellung über den Verlauf der Verhandlungen haben, wenn sie auf ihren Ausgang setzen. Es gibt aber noch eine weitere Möglichkeit, das Newstrading. Dabei reagieren Anleger auf die Nachrichten. Die Idee dahinter ist, dass sich Nachrichten nicht sofort vollständig im Kurs niederschlagen, sondern es einige Zeit braucht, bis eine neue Situation eingepreist ist. Wird das Scheitern einer Verhandlung bekannt gegeben, können Anleger beispielsweise auf fallende Kurse setzen und hoffen, dass eine längere Abwärtsbewegung folgt. Natürlich gibt es auch den anderen Fall, der Kurs stürzt sofort um mehrere Prozent ab und erholt sich danach leicht wieder.

Eine Garantie für Gewinne gibt es auch hier nicht, aber eine für Spannung – und die möglichen Verluste sind begrenzt.

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